Automatenbüfett

Von Anna Gmeyner

Eine Koproduktion von Theater im Bauturm, Volksbühne am Rudolfplatz und Verein Freie Volksbühne

Regie Susanne Schmelcher | Ausstattung Christina Kirk | Dramaturgie René Michaelsen | Video Frederik Werth | Regieassistenz Erika Walter | Produktionsleitung Marie-Claude Steinbrück | Koordination Kostüm Requisite / Ankleiderin Melanie Schumacher | Requisite Lea König / Elina Kiausaite | Musik Buddy Sacher |
Mit Daniel Breitfelder, Marc Fischer, Nicole Kersten, Gerd Köster, Susanne Pätzold, Jonathan Schimmer und Nele Sommer | In weiteren Rollen Susanne Kamp, Philipp Voigt, Erika Walter, Laurenz Leky, René Michaelsen und Bernd Schlenkrich

Premiere 12. März 2022 in der Volksbühne am Rudolfplatz | Dauer 150 Minuten mit Pause | ZUM LETZTEN MAL IM SEPTEMBER

Weitere Infos und aktuelle Einblicke finden Sie auch auf automatenbuefett.de

Das Automatenbüfett wurde zu den Privattheatertagen 2022 in Hamburg eingeladen und für den Monica-Bleibtreu-Preis nominiert!

Plakat der Produktion 'Automatenbüfett' in der Volksbühne am Rudolfplatz

Ein Automatenbüfett ist nicht nur der letzte Schrei in der Kleinstadt Seebrücken zur Zeit des sozialen Umbruchs in den Goldenen Zwanzigern – es ist auch der Begegnungsort für Ausgestoßene der Gesellschaft wie Stadthonoratioren gleichermaßen. Sie alle sind fasziniert von der technischen Sensation, mit der die geschäftstüchtige Wirtin Frau Adam imstande ist, große Mengen an Personal einzusparen: Ein Snackautomat, bestückt mit Lachs- und Jagdwurstbrötchen.

Vom abgebauten Lehrer bis zum Stadtrat treffen alle in der Wirtsstube und im angrenzenden Hinterzimmer aufeinander, wo der lokale Anglerverein umweltfreundliche Neuerungen in der Fischwirtschaft kontrovers diskutiert. Alles geht seinen kleinstädtischen Gang – doch als Frau Adams Gatte eine junge Frau vor dem Ertrinken rettet und als neue Servierkraft anstellt, gerät die soziale Ordnung zusehends aus den Fugen. Der bürgerliche Firniss erhält immer tiefere Risse und die gar nicht so ehrbaren Gäste des Automatenbüffets werden zu Kontrahenten um Geld, Erfolg und Liebe. Als schließlich auch noch der alljährliche Festumzug stattfindet, entladen sich die aufgestauten Begehrlichkeiten der Figuren in einer regelrechten Walpurgisnacht - und so wird hinter Bier, Wurstbroten und provinzieller Günstlingswirtschaft immer deutlicher die Katastrophe des aufdämmernden Faschismus sichtbar.

Das erst kürzlich vom FAZ-Feuilleton wiederentdeckte und zuletzt von Barbara Frey am Wiener Burgtheater inszenierte Automatenbüfett, das die jüdische Autorin Anna Gmeyner 1932 kurz vor ihrer Emigration aus Deutschland schrieb, spannt so unterschiedliche Themen wie wachsenden Antisemitismus, ökologische Nachhaltigkeit und die fortgreifende Ökonomisierung menschlicher Beziehungen vor der komödiantischen Kulisse des Volkstheaters auf. Mit zupackendem Humor, aber nicht ohne Hoffnung gelingt Anna Gmeyner der panoramaartige Querschnitt durch eine gefährdete Gesellschaft auf Messers Schneide. Anlässlich des 100jährigen Bestehens der Besucherorganisation Freie Volksbühne e.V. kommt das vergessene Juwel, dem durch die Machtergreifung der Nationalsozialisten eine kontinuierliche Aufführungstradition versagt blieb, nun als Koproduktion der Theaterinstitutionen auf der Aachener Straße mit prominenter Besetzung auf die große Bühne des einzigen erhaltenen Kölner Theatersaals aus der Vorkriegszeit.

PRESSEECHO

[L]eicht zugängliches, genussfreudiges Volkstheater, dessen schneidender Blick auf die Gesellschaft auch nach 90 Jahren noch nicht stumpf geworden ist. (Kölner Stadt-Anzeiger)

Schmelcher ist in Köln zuletzt mit Inszenierungen von „Kleiner Mann – Was nun?“ und Doğan Akhanlıs „Madonnas letzter Traum“ positiv aufgefallen, beide im Theater im Bauturm. Die gegenüberliegende Volksbühne am Rudolfplatz, das ehemalige Millowitsch-Theater, hat allerdings ganz andere Dimensionen.
Doch Schmelcher zeigt sich dem Raum mehr als gewachsen, obwohl es anfangs so scheint, als würde Christina Kirks Café-Kubus mit seinen weißen Streben die Bühne unnötig verkleinern. Er tut es nicht, stattdessen verdeutlicht er noch Gmeyners Kleinstadtmodell einer ausgehöhlten Gesellschaft.
(Kölner Stadt-Anzeiger)

Susanne Schmelcher gelingt es, den Horror Vacui als treibende Kraft zu inszenieren. (Kölnische Rundschau)

Zum Vorab-Bericht der WDR Westart gelangen Sie hier.

TRAILER

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Zu Einführungen vom Dramaturgen René Michaelsen gelangen Sie hier.

Die Wiederaufnahme des Spielbetriebs ist gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

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