Programmübersicht | TERMINÜBERSICHT

Amphitryon. Ein metaphysisches Gedankenspiel nach Kleist

Von Leonie Houber, Kieran Joel, Heinrich von Kleist und Felix Witzlau

Regie Kieran Joel | Ausstattung Madeleine Sahl und Sophia Schach | Musik Lenny Mockridge | Produktionsleitung Erika Walter | Regiehospitanz Lilly Pätzold |
Mit Leonie Houber und Felix Witzlau

Premiere 13. Mai 2022 | Dauer ca. 75 Minuten - keine Pause

Nominiert für den Kölner Theaterpreis 2022

Am 6. Dezember findet im Anschluss an die Vorstellung ein Nachgespräch mit Dr. Ingo Breuer, Kieran Joel, Dr. René Michaelsen, Leonie Houber und Felix Witzlau statt, zu dem alle Gäste herzlich eingeladen sind. Dieses Nachgespräch ist initiiert und organisiert vom Förderverein des Theater im Bauturm. Vielen Dank! 

Pressebilder Downloadbereich | Fotos Christopher Horne

Noch nie zuvor war Identität so komisch wie in Heinrich von Kleists Komödie Amphitryon, deren Essenz Regisseur Kieran Joel in seiner jüngsten Bearbeitung eines Klassikers am Theater im Bauturm zu destillieren sucht. Von Kleist selbst bescheiden als Lustspiel nach Molière bezeichnet, leistet die 1807 im Druck erschienene Vorlage nichts Geringeres als den Transfer der bereits von Plautus und Molière bearbeiteten Verwechslungsthematik in die Moderne: Der Feldherr Amphitryon, der aus dem Krieg zurückkehrt und feststellen muss, dass Jupiter seine Gestalt angenommen hat, um zum Liebhaber seiner Gattin Alkmene zu werden, wird durch Kleist zum Prototyp des seiner selbst unsicheren Menschen.

Der Coup von Kleists Stück besteht darin, dass es den Zerfall eindeutiger Modelle von Identität keineswegs als tragischen Gegenstand behandelt, sondern vielmehr die daraus resultierenden Befindlichkeiten, Irrtümer und Missgeschicke in komödiantischem Rahmen durchspielt. Es sind diese Spuren im Text, denen Kieran Joel und sein Team folgen, um aktuellen Fragen von Identität auf den Zahn zu fühlen: Wo sind wir "echt" und wo bestehen wir aus Zuschreibungen und Beobachtungen? Ist Identität künstlich reproduzierbar - oder gar künstlerisch? Und welche Verantwortung trägt dabei das Theater, wo die Annahme falscher Identitäten den gängigen Modus Operandi darstellt?

Kieran Joel hat am Theater im Bauturm bereits mit seinen Inszenierungen Don Quijote, Moby Dick und Frankenstein sowie dem Artaud-Projekt Das Theater und sein Double ebenso sinnliche wie diskursive Theaterabende geschaffen, in denen stets auch die Strukturen und Wirkungsweisen der Institution Theater auf die Probe gestellt werden. Versiert im Umgang mit Metaebenen und Theatereffekten wagen sich Joel und sein Team diesmal in das Spiegellabyrinth von Kleists Verwechslungsspektakel, über das Thomas Mann 1928 schrieb: "Spielte man es, wie es gespielt zu werden verdient, es gäbe eine Lustbarkeit, bei der Gemüt und Verstand in festlich gleicher Weise auf ihre Rechnung kämen."

Plakat der Produktion 'Automatenbüfett' in der Volksbühne am Rudolfplatz
PRESSEECHO

Wenn ein Meister der Meta-Ebenen im Theater wie der Regisseur Kieran Joel ("Don Quijote", "Moby Dick") Heinrich von Kleists Doppelgänger-Komödie auf die Bühne des Theater im Bauturm bringt, dann gilt für den Zuschauer Anschnallpflicht. (Kölner Stadt-Anzeiger)

[Kieran Joel] nutzt die Vorlage für eine ebenso kluge wie komische Verwechslungskomödie um den modernen, seiner selbst unsicheren Menschen.(Kölner Stadt-Anzeiger)

Wie der Sieg der Schauspieler über die Regie letztendlich doch nur weitere Bühnenwirklichkeit offenlegt, sorgt an diesem rundum gelungenen Premierenabend für den größten von ganz vielen Lachern. (Kölner Stadt-Anzeiger)

Aus der komplizierten Verwechslungskomödie über den seiner selbst unsicheren Menschen, in der "kein Menschensinn ist, und kein Verstand", macht Kieran Joel einen Theaterabend der unbegrenzten Möglichkeiten. Solchermaßen von der Rolle gelassen, danken es ihm die beiden Vollblutkomödiant*innen mit ungebremster Lust am Spiel. (kritik-gestalten)

Wer das Theater liebt, der sollte diesen Abend nicht verpassen. (kritik-gestalten)

„Die komplette Demontage überbordender menschlicher Selbstsicherheit und Arroganz legt dabei liebenswerte Seelen frei, die von einem furiosen Duo Houber/Witzlau mittels chiffrierter Liebesakte im Minutentakt erzeugt und geboren werden.“ (Choices)

„Eine radikale Illusion = genial“ (Choices)

Die Wiederaufnahme des Spielbetriebs ist gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Logo des Bundesministeriums für Kultur und Medien und von Neustart Kultur
Sa 03.12.2022 20:00 Uhr
Theater im Bauturm
Amphitryon. Ein metaphysisches Gedankenspiel nach Kleist
So 04.12.2022 18:00 Uhr
Theater im Bauturm
Amphitryon. Ein metaphysisches Gedankenspiel nach Kleist
Di 06.12.2022 20:00 Uhr
Theater im Bauturm
Amphitryon. Ein metaphysisches Gedankenspiel nach Kleist

Anschließendes Nachgespräch mit Dr. Ingo Breuer, Kieran Joel, Dr. René Michaelsen, Leonie Houber und Felix Witzlau

Fr 13.01.2023 20:00 Uhr
Theater im Bauturm
Amphitryon. Ein metaphysisches Gedankenspiel nach Kleist
Sa 14.01.2023 20:00 Uhr
Theater im Bauturm
Amphitryon. Ein metaphysisches Gedankenspiel nach Kleist
So 15.01.2023 18:00 Uhr
Theater im Bauturm
Amphitryon. Ein metaphysisches Gedankenspiel nach Kleist