Programmübersicht | TERMINÜBERSICHT

Leutnant Gustl - Der Film

von Arthur Schnitzler

Eine Produktion von Horster/Hartnagel in Kooperation mit Theater im Bauturm | Inszenierung Nick Hartnagel | Musik Lukas Lonski und Felix Classen | Kostüm, Maske und Szenenbild Tine Becker | Kamera Lizzy Geble | Producer jute medien | Creative Producer Martin Schmidt |
Mit Karolina Horster und als Gast Tim Fabian Hoffmann  

FILMPREMIERE 19. und 20. Juni 2021 im Theatersaal |  Dauer 55 Minuten | in Kürze als Video on Demand abrufbar |

Diese Produktion wird gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Leutnant Gustl sitzt im Konzert und langweilt sich entsetzlich. An der Garderobe jedoch wandelt sich der belanglose Abend zur schicksalhaften Konfrontation: Nachdem ihn ausgerechnet ein Bäckermeister als "dummer Bub" beschimpft, meldet sich der soldatische Ehrenkodex in Gustl zu Wort, der auf die Duldung einer Beleidigung, noch dazu durch eine Person niedrigeren Stands, nur eine Antwort kennt - den Selbstmord. In der Überzeugung, sein Leben am nächsten Morgen beenden zu müssen, irrt Leutnant Gustl eine ganze Nacht durch Wien und begegnet im Angesicht des Todes den Untiefen seiner Existenz zwischen Gehorsam und Überlebensinstinkt. Als ihn eine unerwartete Wendung der Ereignisse von der entsetzlichen Pflicht befreit, zeigt sich jedoch erst recht, wie fatal die militärische Zurichtung seine Wahrnehmung der Welt deformiert hat. 

Arthur Schnitzlers 1900 veröffentlichte Novelle ist der erste innere Monolog der Literaturgeschichte. Mittels der neuen Technik wird die Innensicht eines radikalen Verlierer, der im hierarchischen Machtgefüge des Militärs eine Ersatzidentität findet, in zuvor ungekannter Dichte und Transparenz vermittelt. Auf wenigen Seiten entwirft Schnitzler ein seelisches Panoptikum aus Machthörigkeit und Demütigung, Verletzlichkeit und Verführbarkeit und entfaltet so mit unerbittlichem Humor die ganze Tragikomik einer einfältigen Person, die auf einmal mit existentieller Angst konfrontiert wird.

Leutnant Gustls innerer Kampf findet in Schnitzlers Novelle bei einem nächtlichen Spaziergang durch Wien statt – entlang der Einrichtungen, Orte und Institutionen, die seine Identität prägen. Die Theateradaption wird Karolina Horster auf einen Spaziergang durch Köln schicken – begleitet von einem Kamerateam. Die Leuchttürme der Kölner Kulturszene werden ebenso wie Rhein und Dom zur Kulisse für den existentiellen Konflikt von Schnitzlers Protagonist.

Den einstündigen nächtlichen Trip durch Köln verfolgen die Zuschauer*innen per One-Shot-Film, der am 19. und 20. Juni auf einer Leinwand im Theater gezeigt wird. Die mobile Inszenierung wird so gleichermaßen zum Spiegel einer kollektiven Isolationserfahrung wie zum Lebenszeichen der pandemiebedingt monatelang ruhenden Bühnen und Gastronomiebetriebe Kölns.

In der neuen Spielzeit (2021/2022) ist Leutnant Gustl auch als Theaterstück geplant.

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TRAILER

Die Wiederaufnahme des Spielbetriebs ist gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.

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