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Wunschloses Unglück

Von Peter Handke

Gastspiel mit Bert Oberdorfer

Am 19. November 1971 nimmt sich Maria Handke mit einer Überdosis Schlaftabletten das Leben. In seiner Novelle Wunschloses Unglück, die in den sieben Wochen nach dem Freitod seiner Mutter entsteht, versucht Peter Handke Rechenschaft abzulegen über ihr von Entbehrungen ebenso wie dem Wunsch nach Liebe geprägtem Leben und erzählt von den Schwierigkeiten einer Depression im rustikalen Umfeld der Kärntner Provinz.

Bert Oberdorfers konzentrierte Auseinandersetzung mit Handkes Text spürt mit großer Behutsamkeit den Emotionen nach, die in der Analyse des Lebenswegs der Mutter durch den Sohn verborgen liegen. Sein ebenso stiller wie eindringlicher Abend war bereits in den späten 1990er Jahren am Schauspiel Köln zu sehen. Nach über 20jähriger Spielpause gibt er nun am Bauturm wieder Einblick in den „Schmerznahabstand“ des umstrittenen Nobelpreisträgers.

Presseecho

Wunschloses Unglück ist eine ergreifender Text, der wohl nicht nur die Mutter vom Odium der Selbsttötung befreien, sondern auch die Entscheidung des Sohns für den "Ausbruch" und ein Leben als Schriftsteller rechtfertigen sollte. Er zeigt auch, weshalb "68" so wichtig war und liefert dem Feminismus die besten Argumente. In Oberdorfers bravourösem Monolog klingt das alles an [...] (Kölnische Rundschau)